Hans Plötz neuer Präsident des Skiverbandes Bayerwald
St. Englmar. Klaus Köppe nach 16 Jahren verabschiedet und zum Ehrenpräsidenten erkoren. Eine Ära ist beim Skiverband Bayerwald, Deutschlands mitgliederstärkstem Einzelverband, zu Ende gegangen.

Hans Plötz (Bildmitte) führt nunmehr den Skiverband Bayerwald zusammen mit dem Verbandsausschuß.

Mit stehenden Ovationen wurden Klaus und Bärbel Köppe nach sechszehn Jahren Einsatz an der Spitze des Skiverbandes Bayerwald verabschiedet.

Von der Fa. Skoda erhielt die alpine Jugendmannschaft auf Vermittlung von Stefan Haider (hinten rechts) und Kurt Hobelsberger von der Firma dare2be (im Auto sitzend) für eine Jahr einen Oktavia-Kombi. Mit auf dem Bild Klaus Köppe und Hans Plötz. (Fotos: R.Richter)
Nach 16 Jahre an der Spitze des regionalen Dachverbandes stellte sich Klaus Köppe nicht mehr zur Wiederwahl. Ihm folgte, dem einstimmigen Votum der Mitgliederversammlung zu Folge, der Viechtacher Hans Plötz als Präsident nach. Neben den Wahlen der Vorstandschaft konnten in der Mitgliederversammlung in St. Englmar auch zahlreiche Athleten ob ihrer sportlichen Leistung auf bayerischer bis hinauf zu internationaler Ebene mit dem silbernen oder goldenen Ski ausgezeichnet werden.
Den gastgebenden Skiverein WSV St. Englmar stellte Heinrich Schötz in seiner Begrüßung kurz vor, nannte dabei die zwei Sparten Fußball und Skisport, die von diesem Verein angeboten werden. „ Die Vereine stellen die Basis für die Sportbetreuung, der Dachverband dagegen trägt die Verantwortung für den Spitzensport“ fasst der Sportbeauftragte des Landkreises Straubing-Bogen Erwin Kammermeier die grundlegenden Funktionen zusammen. Seit über 100 Jahren werde der Skisport in der Gemeinde St. Englmar nachweislich betrieben informierte Bürgermeister Anton Kiermeier die anwesenden Vereinsvertreter.
Zu der ordentlichen Mitgliederversammlung sei satzungskonform eingeladen worden stellte Klaus Köppe fest, so dass die Tagesordnung von der Wahlberechtigten einstimmig akzeptiert wurde. Die Arbeit des Dachverbandes sei gezeichnet von der Steuerung des Sportes, viel Koordination und Organisation, so der scheidende Präsident. Dies bedarf aber auch, um erfolgreich im Bereich Spitzensport zu sein, der Mitarbeit und Toleranz der Skivereine. Die Berichte der Fachreferenten zeigten wie facettenreich und umfangreich die Arbeit im Skiverband Bayerwald zwischenzeitlich geworden ist. Aktuell 62.835 Mitglieder aus 237 Wintersportvereinen hieven den Skiverband Bayerwald nach wie vor an die Spitze der deutschen Einzelwintersportverbände. Das Interesse an den Partnerschulen des Wintersportes sei nach wie vor groß, wie Klaus Köppe in seinem Tätigkeitsbericht weiter feststellte. 35 Schüler wurden allein heuer getestet und fanden Zugang in die Sportklassen. Ziel sei es nach wie vor möglichst vielen sportbegeisterten Kinder diese Chance zu bieten um eine breite Basis für den Leistungssport als auch den Schulsport zu haben. Drei neue Busse halfen viele logistische Aufgaben zu lösen, so der Sprecher weiter. Dank galt seinerseits der Fa. Skoda die der alpinen Jugendmannschaft auf Vermittlung von Stefan Haider und Kurt Hobelsberger von der Firma dare2be für eine Jahr einen Oktavia-Kombi zur Verfügung stellt.
Nicht verschwiegen wurde von Klaus Köppe die Problematik der Besetzung von Trainerstellen, die von den übergeordneten Dachverbänden gekürzt wurden und zu Turbulenzen bei den einzelnen Sparten geführt haben. Derzeit stehen drei Honorartrainer etwa im Bereich Langlauf zur Verfügung, die nunmehr für Kontinuität sorgen können. Hauptmanko bleibe aber nach wie vor die Nichtverfügbarkeit von hauptamtlichen Trainer und einem ausreichenden Finanzbudget. Die Sprunganlage in Rastbüchl wurde in das Landesleistungszentrum aufgenommen, welches nunmehr unter den erweiterten Namen Landesleistungszentrum Aber-Rastbüchl firmiert und als einzig Anlage in Deutschland alle olympischen Skisportarten anbieten kann. Großveranstaltung zeigen dass überregionale Meisterschaften problemlos in den hochwertigen Trainingszentren am Großen Arber oder im Hohenzollernstadion durchgeführt werden können.
Die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Skiverband funktioniert gut, so Klaus Köppe. Allerdings habe man einen schweren Stand gegen die Regionen aus dem Oberland. „Sieben Skiverbände aus der Alpenregion und vier aus Flachlandregionen, da sind Abstimmungsergebnisse oft schon vorprogrammiert“ ließ Klaus Köppe wissen.
Im Skiverband gibt es einzelne herausragende Sportler, die weltweit erfolgreich sind. Es fehlen aber auf breiter Basis Nachwuchssportler und Talente. Verständlich dann auch die Forderung des langjährigen Präsidenten in Richtung Deutscher und Bayerischer Skiverband, dass mit nackten Zahlen und kalten Statistiken keine Erfolge zu erzwingen sind. Wichtig sei den Trainern vor Ort Zeit zu geben Talente zu entwickeln und nicht der kurzfristige Erfolgsdruck im Vordergrund stehen darf. Dank galt zum Abschluss seiner Amtszeit allen die mit ihm den erfolgreichen Weg des Skiverbandes in den vergangenen 16 Jahren gegangen sind.
Im Bereich Langlauf ist nach den Worten des Sportwartes Josef Kaml der Weltcupstarter Josef Wenzl das derzeitige Aushängeschild. In der Alpinsparte steht die Mannschaft der Altersklasse S12/S14 im Mittelpunkt wie Sportwart Gerhard Richter anmerkte. Wichtig sei dass die Vereine wieder verstärkt Basisarbeit betreiben. Fünf Vereine betreiben Biathlonsport war von Josef Schneider zu erfahren. Bei den Schülercups sei man derzeit die zweite Kraft in Bayern. Mit Severin Freund und Michael Uhrmann hat das Referat Sprunglauf derzeit zwei Athleten in der deutschen Nationalmannschaft stellte Werner Reischl fest. Noch mehr die Aktivitäten im Jugendbereich wollen nach den Worten von Josef Iglhaut die Flachlandvereine fördern. Der Bereich Inline sei deutschlandweit in Punkto Spitzenläufern, Rennabhaltungen und Teilnehmerzahlen führend stellte Udo Nörl fest. Mit einem überarbeiteten Angebot, etwa Formationsfahren, Trainerfortbildungen oder Skifahren auf hohem Niveau will das Referat Lehrwesen alpin nach den Ausführungen seines Leiter Franz Rinagel dem rückläufigen Teilnehmertrend entgegensteuern. Über zwei Trainer verfügt nach Auskunft von Hannes Forster das Referat Freestyle. Internationale Titel heimsten die Starter der Sparte Seniorenskilauf nach den Worten von Sidonie Lentner ein.
Aus dem Bericht von Schatzmeister Dr. Kurt Wagner waren geordnete Finanzen erkennbar. Die Kasse wurden von Markus Dahlke und Alfons Piermeier geprüft und dem Schatzmeister von der Versammlung ebenso wie der scheidenden Vorstandschaft einstimmig die Entlastung erteilt. Angenommen wurde auch eine Satzungsänderung, die redaktionelle Anpassungen des bestehenden Regelwerkes betraf. Aus dem Verbandsausschuss ausgeschieden sind Sigi Zistler, Werner Reischl, Josef Obermeier und Reiner Kuchler.
Vor den anstehende Wahlen erläuterte Klaus Köppe dass er zum Amtsantritt 1993 eigentlich nicht den Vorsatz hatte so lange den Skiverband zu führen. Laufende Vorgänge und Projekte, aber auch die Freude an dem Ehrenamt ließen den umsichtigen und mit Vorausblick agierenden Funktionär die Amtszeit immer wieder verlängern. Mit stehenden Ovationen wurde Klaus Köppe und dessen Frau Bärbel, die ihn in der Führung der Geschäftsstelle unterstützte, zum Ende der, von sportlicher Loyalität und dem Verständnis für Andersdenkende gekennzeichneten, Amtszeit verabschiedet. Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit, Freundschaftlichkeit prägten die Arbeit von Klaus Köppe wie Hans Plötz anfügte und dem scheidenden Präsidenten mit dem Goldenen Ski auszeichnete und ihn gemäß dem Beschluss der Mitliederversammlung zum Ehrenpräsidenten erkor. Rolf Feuchtenberger, Vizepräsident des Bayerischen Skiverbandes ehrte Klaus Köppe mit dem Ehrenbrief des Deutschen Skiverbandes.
Die Wahlen wurden unter der Leitung von Dr. Kurt Wagner sowie den Beisitzern Anton Piermeier und Heinrich Schötz durchgeführt. Als neuer Präsident wurde Hans Plötz, Bürgermeister a. D. aus Viechtach und derzeit Sportbeauftragter des Kreistages Regen und Vorsitzender des BLSV – Kreises einstimmig gewählt. Die weiteren Positionen, Stellvertreter Hermann Kastl, Josef Wanninger, Verbandspressewart Richard Richter, Wirtschaftsreferent Werner Schmelmer, Schatzmeister Dr. Kurt Wagner, Schriftführer Johannes Hastreiter, Sportwart alpin Gerhard Richter, Stellvertreter Werner Schmelmer, Sportwart nordisch Josef Kaml, Stellvertreter Josef Stadler, Sportwart Sprunglauf/Nordische Kombination Roland Kroiss, Sportwart Biathlon Josef Schneider, Referenten: Lehrwesen nordisch Markus Limbrunner, Lehrwesen alpin Franz Rinagel, Freestyle Hannes Forster, Snowboard Markus Brandl, Flachlandvereine Tina Ostermaier, Stellvertreter Josef Iglhaut, Städteskilauf Benjamin Denk, Inline Carola Silberbauer, Stv. Inline Udo Nörl, Seniorensport Sidonie Lentner, Auswertung Robert Pinter, Internetbearbeiter Florian Janda; Leiter Kampfrichterwesen: Alpin Wolfgang Hartl, Nordisch Gerhard Fritz, Biathlon Walter Schwarz, Sprunglauf Werner; Beisitzer: Oberpfalz Willi Stich, Unterer Wald alpin Josef Denk, Unterer Wald Gerhard Seibold, Alpin Reiner Gattermann, Kassenprüfer Walter Raith und Alfons Piermeier.
Der Skiverband Bayerwald ist eine große, erfolgreiche Organisation, an der es gilt weiterzuarbeiten, so Hans Plötz in seiner Antrittsrede. Das Landesleistungszentrum, ein Lebenswerk von Klaus Köppe, verpflichte zudem weiterhin für den Spitzensport einzutreten. „Der Skiverband Bayerwald muss die Spitzereiterfunktion in Bayern erreichen“ steckte Hans Plötz sich und seinen Mitarbeitern ein hohes Ziel.

