Skisport soll verstärkt Einzug in die Schulen halten - Politik, Schule und Verband suchen nach Lösungen

aus dem Bereich Skiverband erstellt am 20.01.2012 um 19:42 Uhr
Von: Richard Richter

Wie intensiv trainiert wird erläuterte Sportwart Langlauf, Richard Lang, mit seine Schützlingen.

Intensives Training bringt auch den Erfolg mit sich, wie sich bei Ramona Seiderer (links) mit dem Titel einer alpinen bayerischen Meisterin gut nachvollziehen ließ.

Josef Baumann stellte den Versammlungsteilnehmern die Ist-Situation im Skiverband Bayerwald vor.

Vertreter von Kommunen und Schulen wollen die Aktivitäten des Skiverbandes unterstützen.

Die Mitarbeiter in den Skiverbänden und Wintersportvereinen sind die Basis den Trend weg vom Leistungssport aufzuhalten.

Günther Lommer schlug vor sich um junge Leute zu bemühen, die ein freiwilliges soziales Jahr und diese für den Wintersport zu begeistern.

Bad Kötzting -Eck. Die Sorge wie es im Skileistungssport weitergeht beschäftige seit einiger Zeit den Skiverband Bayerwald, lässt sich ein signifikanter Rückgang etwa bei der Beteiligung von Rennveranstaltungen aufzeigen. Mit dem einher geht auch ein Rückgang an Nachwuchssportlern, die sich leistungsorienteiert entwickeln wollen. Um Möglichkeiten aufzudecken, auch im Hinblick auf die Entwicklung der Schulsysteme diskutierten Vertreter des Skiverbandes, des BLSV, der Wirtschaft sowie des Landratsamtes und den Bürgermeistern von Bad Kötzting bis Lohberg  mit den Leitern der hiesigen Schulen und Vertretern der Wintersport treibenden Vereine.  Die daraus gezogenen Schlüsse lassen den Schluss zu, dass der Leistungssport eine Chance hat, wenn alle an einem Strang ziehen und dass mehr Skisport in die Schulen kommen kann und soll.

Der gut dreistündigen Diskussion am Eck war eine Vorführung der alpinen und nordischen Nachwuchsläufer vorausgegangen. Josef Baumann erläuterte den Gesprächsteilnehmern dabei anhand eines Trainingsablaufes welche Anforderungen und skitechnisches Können schon in jungen Jahren an ambitionierte Langläufer bereits im Schüleralter gestellt werden, um sich an die Spitze zu arbeiten. In gleicher Weise tat dies Peter Schödlbauer anhand eines Trainings unter der Leitung von Karl Köppl und vielen Vereinsmannschaften für den alpinen Bereich. Dass die einheimischen Nachwuchsläufer an der bayerischen  Spitze mitreden, zeigte sich bei der dabei  mitrainierenden Ramona Seiderer, die am Wochenende einen bayerischen Meistertitel einfuhr und die Gratulation der Anwesenden entgegennehmen durfte.

Die Trainingsstrukturen im Skiverband Bayerwald sind auf dessen Weitläufigkeit ausgerichtet, muss die Trainingsarbeit an verschiedenen Stützpunkten so gestaltet werden, dass fast der gesamte ostbayerische Raum abgedeckt wird. Nur so ist es umzusetzen, dass alle Nachwuchsathleten mit zumutbaren Entfernungen zu den Trainingseinheiten kommen können. Dies wurde eingangs des Vortrages von Josef Baumann an Graphiken verdeutlicht.

Der Anlass zu diesem Gespräch war die Sorge des Skiverbandes Bayerwald,  dass die Probleme im Nachwuchsbereich deutlich werden und man sich der Frage stellte gegenzusteuern oder hinzunehmen. Die Antwort gab sich letztendlich selbst nachdem die Region eng mit dem Wintersport verbunden ist, in vielen Gemeinden dies in deren Leitbild verankert ist. Aber auch die Frage ist Schule und Sport noch vereinbar sollte bedacht werden, insofern der Bayerischen Landessportverband den Sport auch in Ganztagesschulen zu verankern ein großen Anliegen sieht. Mit einer Allianz Eltern, Schule, Vereinen und Verbände sah Hans Plötz, Präsident des Skiverbandes Bayerwald, ein Chance den Wintersport, auch leistungsbezogen, wieder zu einem Aufwärtstrend zu verhelfen.

Deutlich wurde dies aus dem emotionalen Vortrag von Josef Baumann, Pädagoge und Trainer, der aufzeigte dass ein enorm hoher finanzieller, zeitlicher und personeller Aufwand in den wintersporttreibenden Vereinen ebenso wie im Skiverband selbst im Schulterschluss mit den Kommunen bisher bewirkte, dass es gut ausgebildete Wintersportler gab, professionell ausgerichtete Veranstaltung bis hin zu internationalen Wettbewerben abgewickelt werden konnten, eine Aufwertung des Ansehen als Wintersportregion erreicht wurde und die Region zusätzlich durch Erfolge ihrer Athleten in ein positives Licht gerückt wurde.

Wie schwierig es ist Schule und Leistungssport noch zu vereinbaren zeigte sich bei einem, von Josef Baumann anhand des Trainingsumfanges für die Langläufer erläuterten Aufwandes, mit  bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche exklusive der Reise zu auswärtigen Rennen.

Unterstützung bekam das Anliegen des Skiverbandes von den Kommunen, für die Arrachs Bürgermeister sah dass eine Trendwende eingeleitet werden muss um auch dem eigenen Anspruch in einer Wintersportregion zu leben gerecht zu werden. In gleicher Weise sah es Günther Roith, Direktor des Bad Kötztinger Gymnasiums, der äußerte dass die Schulen bereit sind für eine Ausweitung der Zusammenarbeit, bereits durchgeführte Schulskitage und Skiwochen dies auch verdeutlichen. Zudem gebe die Zuerkennung des Prädikates „Partnerschule des Wintersportes“  gute Rahmenbedingungen. In ähnlicher Weise äußerten sich die weiteren Schulleiter, wobei alle auf zu die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Eltern angewiesen sind, um das Angebot in Einklang mit dem Schulalltag zu bringen.

Das Angebot an Wintersport sollte aber schon in den Grundschulen vorhanden, sein wird in diesen Jahrgangsstufen die Basis für einen guten Sportler gelegt. BLSV Präsident Günther Lommer gab zu bedenken dass die beiden großen Aufgaben für die Fortführung des Leistungssportes die demographische Entwicklung und die Einführung der Ganztagesbeschulung sein werden. „Auf dies gelte es sich vorzubereiten“, so der Sportfunktionär. Letzteres gelte es als Chance zu sehen und sich der Herausforderung zu stellen. Bezüglich des Engpasses an Personal brachte der BLSV-Präsident den Vorschlag sich um junge Leute zu bemühen, die ein freiwilliges soziales Jahr in Angriff nehmen wollen und diese für die Umsetzung des Wintersportes an den Schulen einzubinden.

Gut ausgebildete Skifahrern, die ihre aktive Laufbahn beendet haben in den Trainingsbetrieb einzubinden, vereinsübergreifende Trainingsarbeit und mit Liftbettreibern abgestimmte Übungszeiten anzubieten oder in Schule die Sympathie für den Wintersport zu wecken oder auszubauen waren unter anderem Gedanken der Versammlungsteilnehmer, die es gilt umzusetzen um damit die gewünschte Trendwende einzuleiten. Ein deutliches Signal sendeten die Schulleiter aus die dem Skisport einen geräumigen Platz in der Schule einräumen. In gleicher Weise bekräftigten die Vertreter der Kommunen, dass der Leistungssport nicht aus ihrem Leitbild wegzudenken wäre. Ähnlich äußerten sich die Vertreter der Vereine und auch Skischulen, die auf ihrem bisherigen Engagement aufbauen und in deren Arbeit der leitungsmäßig betriebene Skisport einen großen Stellenwert besitzt. „Wenn alle an einem Strang ziehen und mit Elan an der Fortentwicklung arbeiten“ hat der Leistungssport ein Chance, fasst Hans Plätz dann auch das Gespräch zusammen, wohl wissend dass damit viel Arbeit und Engagement  verbunden ist.