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Skispringer mit dem Spirit von Rastbüchl zur WM-Medaille?

aus dem Bereich Sprung / NK erstellt am 24.02.2009 um 21:25 Uhr
Von: Josef Heisl

Das Team: v.re. Co-Trainer Christian Winkler, Stephan Hocke, Michael Uhrmann, Felix Schoft, Bundestrainer Werner Schuster, Michael Neumeyer und Physiotherapeutin Caroline Otterbein (Foto: Heisl)

�Geheimtraining� der Bundesadler im Bayerwald � Michael Uhrmann ohne Druck nach Liberec

 

Breitenberg  Ganz Deutschland rätselte über den Ort mit einer kleinen Schanze, an dem sich die deutschen Weitenjäger auf die WM in Liberec vorbereiten würden. Lange geplant ist es nun  Rastbüchl gewesen wo man sich das Rüstzeug für höhere Ziele geholt hat. Bundestrainer Werner Schuster gab der 80 m-Schanze den Vorzug, damit man den Übergang von der Oberstdorfer Flugschanze auf die 90 m-Schanze in Liberec  leichter schafft.

 

�Wir wollen nach dem Fliegen das Sprunggefühl wieder neu aufbauen�, meinte Schuster, und das in stressfreier Umgebung. Auch der Vorteil, dass Rastbüchl auf dem Weg nach Tschechien liegt und dass die sehr moderne Flugkurve der Schanze diesem Aufbau entgegenkommt, waren ausschlaggebend für diese Wahl. Zudem kennt er die Schanze, weil er selbst noch als Aktiver darauf gesprungen ist und weis, dass die Verantwortlichen um Vorstand Franz Hauer und Trainerurgestein Alois Uhrmann stets für ausgezeichnete Bedingungen sorgen.

 

Sicherlich ist das Trainerteam aber auch etwas verunsichert, weil sich doch in den letzten Wochen Formschwankungen und individuelle Schwächen gezeigt haben. Davon ausgenommen war der mehrfach Weltmeister Martin Schmitt, der sich wieder in der Weltspitze etabliert hat. Ihm wollte Schuster nach Absprache mit dem Springer den Stress der weiten Fahrt nach Rastbüchl ersparen. �Martin war am längsten im laufenden Weltcup dabei, er soll frisch nach Liberec kommen�, so der Bundestrainer zu seinem Vorzeigeathleten.

 

Das Team hat sich aber auch einiges vorgenommen. Man will zumindest eine Medaille! �Nach dem positiven Saisonverlauf haben wir unsere Ziele nach oben korrigiert�, meint der Trainer und sieht zumindest im Mannschaftsbewerb eine Medaillenchance, aber es gebe ja noch zwei Wettbewerbe. Allgemein ist das Team zuversichtlich und sieht auch die Möglichkeit einer Überraschung durch den einen oder anderen Mannschaftskollegen. So sieht sich Michael Uhrmann, der mit seinem Heimtrainer Peter Wucher schon auf der Baptist-Kitzlinger-Schanze trainiert hatte, ohne Druck bei der WM. Auch er fühlt sich nach seiner gesundheitlich bedingten Auszeit in guter Verfassung. Vom Trainer bekommt er weiteren Rückenwind, weil ihn der im Team als wesentlichen Bestandteil nicht nur leistungsmäßig sondern auch menschlich sieht. �Schade ist, dass Michael Uhrmann bisher die gute Form des Sommers noch nicht in den Winter umsetzen konnte�, so Schuster. Aber auch Michael Neumeyer könnte eine Überraschung gelingen, dem Schuster einen starken Absprung attestiert.  

 

Zur Entscheidung für den Partenkirchner Felix Schoft und dadurch gegen den Rastbüchler Severin Freund meinte der Bundestrainer, der von seinem Co-Trainer Christian Winkler und Physiotherapeutin Caroline Otterbein begleitet wurde, dass der Waldler den WM-Zug nur ganz knapp verpasst habe. �Der Severin hat sich toll entwickelt, bekam aber zuletzt Probleme�, begründet der Trainer seine Entscheidung. Er sieht derzeit aktuell die etwas größere Perspektive und die besseren Einzelleistungen bei Schoft, empfiehlt aber Freund fleißig weiter zu machen. �Dann könnte der  Severin im März wieder im Weltcup dabei sein�, gibt Schuster dem Rastbüchler eine Perspektive. Dem WSV DJK Rastbüchl ist eine ähnliche Konstellation nicht fremd. Schon einmal gab es eine hauchdünne Entscheidung vor Olympia in Salt Lake City, als Micheal Uhrmann nur äußerst knapp vor dem Schwarzwälder Alexander Herr den Vorzug erhielt, der Rastbüchler aber dann mit einem Olympiasieg im Teambewerb nachhause kam.

 

Aber zu einer Medaille ist noch ein weiter Weg. Die erste Trainingseinheit bot die Gewissheit, dass Schuster mit Rastbüchl eine gute Wahl getroffen hat. Es zeigte sich, dass beim Umstieg vom Fliegen zum Springen noch eine Portion Sand im Getriebe ist. Für Rastbüchl war es aber wieder ein Meilenstein in der Bedeutung seiner Schanze. So begleiteten zum Schluss das sympathische Trainer- und Springerteam eine Menge guter Wünsche auf den Weg zur Nordischen Ski-WM nach Liberec.